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Streuobstnetzwerk Ostthüringen

Streuobstwiesen entstanden, als Obst ein unentbehrlicher Faktor lokaler Ökonomie war. Mittlerweile sind viele Bäume überaltert und ungepflegt. In Thüringen gehören Streuobstwiesen zu den besonders geschützten Lebensräumen. Doch die naturschutzfachliche Wertschätzung allein reicht nicht aus, um die Kultur des Streuobstanbaus fortzuführen. Die Wiederbelebung der wirtschaftlichen Komponente erscheint daher unverzichtbar.

Das Streuobstnetzwerk Ostthüringen greift bereits bestehende Initiativen von Obstwiesenbesitzern, Mostereien und Obstinteressierten auf. Praktischer Erfahrungsaustausch, Weiterbildung, Neuanlage und Pflege bestehender Obstwiesen sowie eine raumgreifende wirtschaftliche Nutzung des Obstes sind Kernziele der Initiative.

 

Das Streuobstnetzwerk Ostthüringen ist eine Initiative der drei LEADER-Aktionsgruppen Saale-Holzland, Saalfeld-Rudolstadt und Saale-Orla. Die Förderung startete im August 2018 und läuft bis 2021. Die notwendigen Eigenanteile leisten die drei LEADER-Regionen. Projektträger ist der Verein Ländliche Kerne e.V. mit Sitz in Nickelsdorf bei Crossen an der Elster. In den drei LEADER-Regionen ist jeweils ein Regionalkoordinator aktiv. Für die Region Saale-Orla ist dies der Landschaftspflegeverband "Thüringer Schiefergebirge / Obere Saale" e.V.

 

Weitere Informationen finden Sie hier: Streuobstnetzwerk Ostthüringen

Pflege von alten Streuobstbäumen mit Mistelbefall in Großkochberg und Neusitz

Die Gegenden um Großkochberg und Teichel waren ursprünglich die Hochburgen des Streuobstanbaus im heutigen Landkreis Saalfeld-Rudolstadt. Leider sind viele der Wiesen überaltert und ungepflegt. So konnte sich auch die Mistel, ein Halbschmarotzer, der von seinem Wirt Wasser und Nährstoffe bezieht, unbehelligt ausbreiten.

2018 beantragte der Landschaftspflegeverband "Thüringer Schiefergebirge / Obere Saale " e.V. Fördermittel nach der Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege in Thüringen (NALAP), um auf zwei Streuobstwiesen Startsignale zur Entfernung der Misteln zu setzen.

Eines der Vorhabengebiete befindet sich nördlich des Schlossparks von Großkochberg auf überwiegend gemeindeeigenen Flächen. Das andere Gebiet liegt westlich von Neusitz auf Privatflächen. Die überalterten hochstämmigen Obstbäume waren stark von Mistel befallen und dadurch bereits teilweise abgestorben. Ziel der Projekte ist die Sicherung und langfristige Erhaltung der Streuobstbestände. Dazu wurden die Bäume fachgerecht geschnitten. Das Schnittgut wurde entsorgt, um ein Ausbreiten der Misteln zu verhinden.

Langfristig sollen auch in dieser Gegend die Streuobstwiesen und ihre naturschutzfachliche sowie kulturhistorische Bedeutung wieder stärker in das Bewusstsein der Bevölkerung gerückt werden. Als erster Schritt wird daher im Oktober 2019 ein Apfeltag in Großkochberg stattfinden.

 

Projektträger:

Landschaftspflegeverband "Thüringer Schiefergebirge / Obere Saale" e.V.

Ansprechpartner:

Wiebke Preußer

E-mail:

Förderung:

Logo des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz