Das Sormitztal zwischen Wurzbach und Hockeroda sowie die Nebentäler waren bis vor wenigen Jahren an den Hängen komplett bewaldet und gekennzeichnet von kleinen und kleinsten Still- und Fließgewässern. Die Waldbestände waren überwiegend als Bodenschutzwald kategorisiert, um gefährdete Standorte sowie benachbarte Flächen vor den Auswirkungen von Wasser- und Winderosion, Rutschungen und Steinschlag, Aushagerung und Humusabbau zu schützen. Die vorherrschende Baumart war die Fichte.
Ausgelöst durch die Sommertrockenheit der vergangenen Jahre und die allgemeine Temperaturzunahme kam es zum Massenauftreten des Buchdruckers (Ips typographus, Fichten-Borkenkäfer). Es folgte der nahezu 100%ige Verlust des Nadelwaldes. Die Entwaldung sowie vermehrt lokal auftretende Starkniederschlagsereignisse führen zu großflächigen Verschiebungen des Oberflächen- wie auch des Grundwasserregimes. In den waldfreien Bereichen ist ein Wasserrückhalt kaum möglich, und die geringe Bodenauflage ist schutzlos der Erosion ausgeliefert.
Ziel des Projektes ist die lokale Beeinflussung des Wasserregimes zum Erhalt der Funktionen der feuchten Lebensräume u.a. für vorkommende Amphibienarten wie Feuersalamander, Fadenmolch, Kleiner Wasserfrosch und Kammmolch. Von der Sicherung vorhandener Still- und Fließgewässer sowie partieller Neuanlagen profitiert auch die Fisch- und Avifauna (Bachneunauge, Westgroppe, Schwarzstorch, Wasseramsel, Eisvogel).
Die vorgesehene dezentrale Wasserrückhaltung verbessert die kleinklimatischen Verhältnisse für eine Wiederbewaldung und bietet Möglichkeiten zur Abmilderung und Verzögerung von Hochwasserentstehung.