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Der Verein

Landschaftspflegeverbände pflegen in der Regel die Landschaft nicht selber. Vielmehr organisieren, koordinieren und betreuen sie Pflegemaßnahmen auf naturschutzfachlich wertvollen Flächen. Landschaftspflegeverbände (LPV) gibt es in vielen Bundesländern. In Thüringen existieren sieben Verbände. Einer davon ist der Landschaftspflegeverband „Thüringer Schiefergebirge / Obere Saale“ e.V.. Er wurde 1991 gegründet und hat das Ziel, die gesetzlich verankerten Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege in den Landkreisen Saale-Orla und Saalfeld-Rudolstadt umzusetzen.  Ein Grundprinzip der Landschaftspflegeverbände ist die so genannte Drittelparität: Sie sorgt dafür, dass Vertreter aus Landwirtschaft, Politik und Naturschutz zu gleichen Teilen an der Verbandsarbeit beteiligt sind.

 

Dadurch wird gewährleistet, dass Entscheidungen und Maßnahmen eine breite Unterstützung finden. Im LPV „Thüringer Schiefergebirge / Obere Saale“ e.V. sind Landwirtschaftsbetriebe, Kommunen, die beiden Landkreise sowie Privatpersonen u.a. aus ehrenamtlichen Naturschutzvereinen als Mitglieder aktiv. Weitere Mitglieder sind immer gerne willkommen. In den vergangenen 25 Jahren wurden unterschiedlichste Projekte durchgeführt. Die Palette reicht von Orchideenkartierungen und Amphibienzaunbetreuung bis zur fachlichen Anleitung von ABM-Kräften und Bauhof-Mitarbeitern zur naturschutzgerechten Pflege von Wiesen oder Hecken.

 

 

Auch im Wald war der LPV tätig: Für die Forstämter Leutenberg, Rudolstadt, Marktgölitz und Paulinzella wurden in den Jahren 2002 bis 2004 Waldteiche aufgenommen, naturschutzfachlich bewertet und Vorschläge für die Pflege zum Erhalt dieser Biotope erarbeitet. Für die notwendigen Maßnahmen warb der LPV Landes- und Kreismittel ein. Fachfirmen aus der Region wurden mit der Durchführung beauftragt. Im Bereich Knau und Ranis wurden im Zuge von Waldumweltmaßnahmen Alt- und Habitatbäume kartiert und kontrolliert.

 

 

Ein großes Thema, das den LPV seit vielen Jahren immer wieder beschäftigt, ist das Grüne Band. Im Schatten der innerdeutschen Grenze entstanden wertvolle Lebensräume. Seltene Tiere und Pflanzen haben sich hierher zurückgezogen. Nach dem Wegfall von Mauern und Stacheldraht benötigen diese Flächen eine friedliche Nutzung, um die Artenvielfalt zu erhalten. Der LPV organisiert daher seit vielen Jahren Arbeitseinsätze mit freiwilligen Helfern. Da verbringen Schulklassen ihren Wandertag bei der Heidepflege und lernen ganz nebenbei die Besonderheiten von Keulenbärlapp, Becherflechte, Heidelerche und Co. kennen. Seit 2007 kommt jährlich sogar internationale Hilfe an das Grüne Band in Form von Workcamps der Vereinigung Junger Freiwilliger (VJF).

 

 

Für die Durchführung der Camps und Arbeitseinsätze organisiert der LPV Fördermittel und Spenden aus unterschiedlichen Quellen. So war der Verband in den Jahren 2014 und 2015 Kooperationspartner der Stiftung Naturschutz Thüringen im Projekt „Grünes Band Aktiv“, das aus Mitteln des Freistaates Thüringen und der Europäischen Union gefördert wurde. Bei diesen Arbeitseinsätzen konnten die Freiwilligen erstmals das Mähen mit der Sense von einem qualifizierten Sensenlehrer lernen.