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Dem Igel auf der Spur

Das Projekt "Erfassung von Igel-Vorkommen mit den Naturparkschulen im Thüringer Schiefergebirge sowie mit dem Naturlehrgarten Ranis" wird gefördert von der Heidehof Stiftung GmbH und dem Naturparkverein Thüringer Schiefergebirge / Obere Saale e.V..

 

Logo Heidehof Stiftung

 

Es gibt bisher keine offiziellen Erfassungen von Igeln in Thüringen. Man nimmt sie oft erst wahr, wenn sie überfahren am Straßenrand liegen. Aber wie steht es eigentlich um den Igelbestand in der Naturparkregion? Wir wollen mit diesem Projekt einen kleinen Einblick gewinnen und deshalb einen Sommer lang möglichst viele Igelnachweise dokumentieren.

Der Igel steht dabei als Botschafter für naturnahe Gärten, die ihm ausreichend Nahrung sowie Versteck- und Überwinterungsmöglichkeiten bieten. Darüber hinaus benötigt er Bewegungskorridore zwischen einzelnen Gärten, aber auch in die Feldflur, z.B. entlang von Hecken.

In diesem Projekt werden vor allem Kinder zu Igel-Forschern. Sie kommen aus den Grundschulen Lehesten, Leutenberg, Ranis, Ruppersdorf und Probstzella und lernen die Ansprüche des Igels an seinen Lebensraum kennen. Im Vergleich des heimischen Gartens mit denen ihrer Klassenkameraden können sie selber erkennen, ob der eigene Garten dem Igel ein Zuhause bietet. Und weil der Igel sehr heimlich lebt, wollen wir ihm mit einem Tunnel auf die Spur kommen.
Bis Ende Mai 2019 wurden bereits 73 Spurentunnel gebaut und der Versuchsaufbau erklärt. Für den Tunnel wird eine Hohlkammerplatte zu einer dreieckigen Röhre gefaltet, in die eine Versuchsplatte mit Futterschälchen, Farbbereichen und weißen Blättern eingeschoben wird.

 

Schüler der Grundschule Ruppersdorf mit ihrem Lehrer beim Ausmessen der Faltabstände Gruppenbild mit fertigen Spurentunneln

 

In den kommenden Wochen werden diese Spurentunnel von den Kindern in ihren Gärten oder im Schulgarten aufgestellt. Die Beobachtung erfolgt am besten über fünf Abende, an denen der Tunnel jeweils mit frischem Futter (z.B. Katzen- oder Hunde-Nassfutter) und frischer Farbe bestückt am gleichen Ort platziert wird. Morgens sind dann möglicherweise Spuren nächtlicher Besucher auf dem Papier zu sehen. Diese müssen nun ausgewertet werden: Handelt es sich um einen Igel oder war es doch nur eine Katze, ein Marder, eine Maus....?

Die Projektleiterin Wiebke Preußer vom LPV hilft den kleinen Igel-Forschern bei der Bestimmung der Spuren und bei weiteren Fragen.
Wer Interesse an einem Spurentunnel im eigenen Garten hat, kann sich gerne an uns wenden.
Ähnliche Projekte wurden bereits in Österreich und Bayern durchgeführt. Hier haben wir u.a. die Bauanleitungen zum Spurentunnel gefunden:

http://igelimgarten.boku.ac.at/home

https://www.igel-in-bayern.de/

 

Unsere Spurenblätter und Erfassungsbögen finden Sie im Download-Bereich.

Und sobald erste Spurenergebnisse vorliegen, werden wir hier weitere Bilder einstellen.